Intro
Ernst Weiß Portal
Intro: Das Ernst Weiß Portal ging im Oktober 2022 an den Start und wird nach und nach befüllt, um den wissenschaftlichen Austausch zu fördern und literaturinteressierte Menschen und Journalisten auf Ernst Weiß neugierig zu machen.
Begleitet und unterstützt wird das Portal von dem Schriftsteller und Ernst-Weiß-Kenner Peter Engel, der sein umfangreiches Ernst-Weiß-Archiv für diese Website zur Verfügung stellt.
Mit dem Portal möchten wir Unterstützer, Forschende, Sponsoren und ambitionierte Verleger finden und vernetzen. Über Entstehung, Absichten und Ziele informiert der Text Über das Ernst Weiß Portal.
Der Entwickler:
Konzipiert, gestaltet und programmiert hat das Portal der Grafik- und Webdesigner Ralph Segert aus Gelsenkirchen. Unter der Haube läuft das CMS ExpressionEngine 7, ein leistungsfähiges und einfach zu handhabendes Content Management System, das optimal für barrierefreie Informationsportale und inhaltsreiche Websites ist. Infotelefon: 0162 4274462
21. April 2026
“Dem verlorenen und wiedergefundenen Kinde”
Interview mit Cornelia Heering

Wir freuen uns, die Literaturwissenschaftlerin Cornelia Hering für ein Gespräch über ihre Forschung zu Ernst Weiß gewonnen zu haben. Sie schildert, wie sie über ein Seminar zur Literatur der Zwischenkriegszeit erstmals auf Weiß aufmerksam wurde und sich von dort aus systematisch in sein Werk vertieft hat. Zugleich gibt sie Einblick in die biografische Forschung: die fragmentarische Quellenlage, verschollene Texte und neu erschlossene Dokumente, die das Bild dieses Autors nur mosaikartig entstehen lassen. Als leitendes Motiv tritt dabei die Frage hervor, wie sich – in ihren Worten – „die Person mit ihrem Werk als einen konstitutiven Zusammenhang“ verstehen lässt, der „eine Aussage zur Deutung der Wirklichkeit vermitteln kann“ – eine Perspektive, die auch die besondere Sensibilität von Weiß für Kindheit, Gewalt und soziale Prägung verständlich macht.
Weiterlesen01. April 2026
„Zwei große Machtergreifungsromane“ – Der „Augenzeuge“ von Ernst Weiß im Vergleich mit Hermann Brochs „Verzauberung“
Zu Helmuth Kiesels Einordnung des Autors Ernst Weiß in seiner Literaturgeschichte „Schreiben in finsteren Zeiten“. Geschichte der deutschsprachigen Literatur 1933 – 1945, München 2025
von Cornelia Heering
Angenommen, zwei Autoren verabredeten sich zu einer Schreibidee: Mit „kassandrischer Vorhersagekraft“ zwei „große Machtergreifungsromane“ zu komponieren, diese zu Lebzeiten zurückzuhalten und ihre Manuskripte unter dramatischen Umständen vor der Vernichtung retten zu lassen, damit sie posthum veröffentlicht werden und ca. 70 Jahre später in einer der renommier-testen Literaturgeschichten dargestellt und bewertet zu finden sind – so ließe sich das perfekte Muster für ein Nachlassmanagement mit „Autorenintention“ unter besonderen Schreibbedingungen, nämlich dem „Schreiben in finsteren Zeiten“, vorstellen. In der unter dem gleichnamigen Titel erschienenen „Geschichte der deutschsprachigen Literatur 1933-1945“ von Helmuth Kiesel, die gleichzeitig den Band XI der Literaturgeschichte „Deutsche Literatur von den Anfängen bis zur Gegenwart“ darstellt, kann dieser Eindruck über die beiden Autoren Ernst Weiß und Hermann Broch entstehen.

20. Februar 2026
Ein Vorbild für die Figur der Franziska? Zum Fund eines bisher unbekannten Weiß-Briefes
von Cornelia Heering

Sie muss ihm schon früher und erst recht nach der Veröffentlichung seines zweiten Romans in den Sinn gekommen sein: Die Schauspielerin Leopoldine Konstantin. Im Jahr 1916 war Ernst Weiß an verschiedenen Standorten der österreichischen Armee als Regimentsarzt „auf Abruf“ stationiert. Die Wartezeit vor seiner Verlegung an andere Frontabschnitte verbrachte er mit dem Schreiben von Briefen an Rahel Sanzara, mit dem Entwurf neuer Texte, mit der Überarbeitung seines Romans „Tiere in Ketten“ und mit den Vorbereitungen von Vertragsverhandlungen mit Verlagen. Und während dieser Zeit erscheint sein zweiter Roman „Der Kampf“. Franz Kafka erwähnt in seinen Tagebüchern am 28. Juli 1914, dass er und der Autor an diesem Text arbeiten. Er schreibt: „Wir sitzen zum Beispiel und korrigieren den ‚Kampf‘.“
Weiterlesen17. Februar 2026
Empfehlungen von Ernst Weiß für das Buch „Die Psychologie der produktiven Persönlichkeit“
von Peter Engel
Das Beziehungsfeld, in dem der Schriftsteller Ernst Weiß während der 20er Jahre in der deutschen Hauptstadt Berlin agierte, war vielfältig ausdifferenziert und stark darauf ausgerichtet, seine eigenen literarischen Werke bei Verlagen, Zeitschriften und Zeitungen „unterzubringen“, weil er nur so seinen Lebensunterhalt bestreiten konnte. Anders etwa als Kafka, der einen zwar ungeliebten, aber einträglichen Brotberuf als Versicherungsangestellter hatte, anders auch als jene zeitgenössischen Schriftsteller, die mehr oder minder feste „buchnahe“ Anstellungen hatten, war Weiß als freier Schriftsteller in besonderem Maße auf das angewiesen, was man heute als Vernetzung mit einflußreichen Persönlichkeiten bezeichnen würde. Aber er nahm in seinem Beziehungsfeld nicht nur Hilfe und Unterstützung von anderen in Anspruch, er wurde auch selbst tätig und gab – wenn er dazu eine Gelegenheit hatte - Empfehlungen ab, die Personen aus seinem Umfeld nützen konnten.

17. Januar 2026
„Albert Ehrenstein und die Musik“ - Eine bisher unbeachtete Handschrift von Ernst Weiß
von Cornelia Heering

Es sind nicht viele eigenhändige Werke von Ernst Weiß erhalten geblieben, die meisten seiner auf uns gekommenen Texte sind diktiere Typoskripte oder gedruckte Publikationen. Umso bemerkenswerter ist ein bisher unbekannter Fundus aus der Zeit des Ersten Weltkriegs, zu dem neben 81 handschriftlichen Briefen an Rahel Sanzara ein Manuskript über die 1916 im Leipziger Kurt Wolff Verlag erschienene Lyriksammlung „Der Mensch schreit: Entwandlung“ von Albert Ehrenstein gehört. Der Titel dieser handschriftlichen Rezension lautet „Albert Ehrenstein und die Musik“, ob sie veröffentlicht wurde, ist bisher noch nicht ermittelt worden.
Weiterlesen30. November 2025
Pressestimmen: Ernst-Weiß-Roman „Männer in der Nacht“ erstmals auf italienisch
von Ginevra Quadrio Curzio
Die erste italienische Übersetzung des Weiß-Romans Männer in der Nacht ist im Februar dieses Jahres, genau 100 Jahre nach dem Erscheinen der Originalausgabe, von dem jungen Mailänder Verlag Medhelan herausgebracht worden. Der Band Uomini nella notte (traduzione e cura di Ginevra Quadrio Curzio) umfaßt 180 Seiten und kostet 20 Euro. Das Echo in der Presse war vielfältig und durchgehend positiv. Im Folgenden werden die relevantesten Pressereaktionen kurz zusammengefaßt.

Ältere Beiträge
